Jahreskampagnen

Caritas-Jahreskampagne 2012 - "Armut macht krank"

Wo es an Einkommen, Perspektiven und Bildung fehlt, ist Krankheit ein häufiger Begleiter. Die Caritas-Kampagne 2012 "Armut macht krank" möchte zeigen, dass jede/r Gesundheit verdient. Jetzt und auch in Zukunft.

Armut macht krank, das zeigen die Protagonisten auf den verschiedenen Plakaten zur Caritas-Jahreskampagne 2012. So stimmt auch dieses Motiv der Kampagne nachdenklich: Ein krankes Kind, blass, mit dunklen Ringen unter den Augen. Nennen wir das Mädchen Nele. Ernst schaut sie uns an. Mit ihren jungen Jahren hat sie mehr erlebt als gesunde Kinder, die in stabilen Verhältnissen aufwachsen. Sie und ihre Mutter schaffen es nicht allein. Sie brauchen Hilfe: Wenn die Atemnot wieder kommt, das Fieber steigt. Wenn die Angst da ist und das Mädchen mal wieder ins Krankenhaus muss. Wenn die Mutter zur Arbeit geht und Nele allein zu Hause bleiben muss.

Wer ist arm?

15,6 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland waren 2011 von Armut bedroht. Das sind rund 12,6 Millionen Menschen. Es sind vor allem Haushalte mit Kindern und langzeitarbeitslose Menschen betroffen. Alleinerziehende mit Kindern bis zu drei Jahren haben ein überdurchschnittlich hohes Armutsrisiko von mehr als 40 Prozent.

"Jeder verdient Gesundheit"

Das ist die zentrale Aussage der Caritas-Jahreskampagne 2012. Das deutsche Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt. Doch Ärzte, Kliniken und Medikamente reichen nicht, um eine der größten Krankheitsursachen in den Griff zu bekommen: die Armut. Wer lange ohne Arbeit ist, kein Einkommen hat oder als Asylbewerber hier lebt, ist häufiger krank als der Rest der Bevölkerung. Eigentlich stehen in Deutschland jedem gesetzlich Versicherten die gleichen Leistungen zu - unabhängig davon, welchen Beitrag er oder sie in die Krankenversicherung eingezahlt hat. Doch die Chancengleichheit in der gesundheitlichen Versorgung existiert für manche Menschen nur auf dem Papier. Schon Zuzahlungen für Medikamente, Zahnersatz oder Brillen sind bei Ebbe im Geldbeutel ein Problem. Asylbewerber erhalten lediglich eine Notversorgung. Wer kein Aufenthaltsrecht besitzt, geht nicht zum Arzt, weil dieser ihn den Behörden melden müsste.

Von Armut betroffen oder bedroht sind auch viele Kinder und Jugendliche. Ohne eine frühzeitige Unterstützung gehören sie zu den Verlierern der Gesellschaft - mit Folgen für ihre Entwicklung, ihre Bildung und ihre Gesundheit. Ohnmacht und Ausgrenzung erleben diese Kinder jeden Tag. So ist das Gesundheitssystem, dem es auch unser Mädchen Nele zu verdanken hat, dass es nicht an ihrer Krankheit sterben wird, stark auf die körperliche Behandlung ausgerichtet. Was nicht auf den Rezepten steht, ist die seelische und soziale Unterstützung von Nele und ihrer Mutter. Die können wir leisten.

Mit seiner Kampagne fordert der Deutsche Caritasverband ein Gesundheitssystem, zu dem alle Menschen Zugang haben. Im Mittelpunkt stehen dabei auch besonders benachteiligte Gruppen: Wohnungslose Menschen, Asylbewerber und Menschen in aufenthaltsrechtlicher Illegalität.

Der TV-Spot "Fortschritt" zur Caritas-Kampagne 2012

Der nachfolgende TV-Spot erzählt von den großen Leistungen der Menschheit im Kampf gegen Krankheit und Tod. Viren wurden entdeckt, Impfstoffe entwickelt, Epidemien ausgerottet. Doch die Bekämpfung des größten Krankheitserregers steht noch aus: die Armut.

Weitere Informationen zur Caritas-Kampagne 2012 finden Sie unter: www.jeder-verdient-gesundheit.de

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